Eine Wurzelbehandlung ist in den meisten Fällen die Lösung, einen Zahn mit entzündetem Nerv zu erhalten. In manchen Situationen ist das allein aber nicht ausreichend. Wenn eine Entzündung im Bereich der Wurzelspitze trotz Wurzelbehandlung bestehen bleibt oder sich neu bildet, kann eine Wurzelspitzenresektion eine wirksame Möglichkeit sein, den Zahn zu erhalten. Wir erklären Ihnen verständlich, was bei diesem Eingriff passiert, wann er sinnvoll ist und wie die Heilungsphase aussieht.
Was ist eine Wurzelspitzenresektion?
Bei einer Wurzelspitzenresektion, kurz WSR, wird die Wurzelspitze eines Zahns operativ entfernt. Dabei wird das Zahnfleisch im Bereich des betroffenen Zahns geöffnet. Nun wird der Knochen zur Wurzelspitze hin freigelegt und die Wurzelspitze selbst abgetragen. Entzündetes Gewebe wird ebenfalls entfernt. Anschließend wird der Wurzelkanal von der Spitze her abgedichtet und das Zahnfleisch wieder vernäht.
Der Zahn bleibt im Kiefer. Das übergeordnete Ziel ist der langfristige Erhalt des eigenen Zahns.
Wann ist eine Wurzelspitzenresektion sinnvoll?
Eine Wurzelspitzenresektion kommt in Betracht, wenn:
• Eine Wurzelbehandlung durchgeführt wurde, aber eine Entzündung an der Wurzelspitze bestehen bleibt
• Die Anatomie des Wurzelkanals eine vollständige Reinigung von oben nicht erlaubt
• Eine vorhandene Krone oder ein aufwendiger Zahnersatz für eine Revision von oben abgenommen werden müsste
• Eine Zyste im Bereich der Wurzelspitze chirurgisch entfernt werden muss
• Anhaltende Beschwerden ohne andere erklärbare Ursache bestehen
Eine Wurzelspitzenresektion ist trotz dessen kein Wunderheilmittel für alles. Wir prüfen jede Situation individuell, anhand des Röntgenbilds und der klinischen Untersuchung, sorgfältig. Manchmal ist ein anderer Weg sinnvoller.
Ablauf der Wurzelspitzenresektion
Wir erklären Ihnen vor dem Eingriff ausführlich, was auf Sie zukommt. Der Eingriff klingt einschüchternder, als er sich in der Regel anfühlt.
Schritt für Schritt erklärt
• Sorgfältige Befundung mit Röntgenbild, in manchen Fällen mit DVT (digitale Volumentomografie)
• Ausführliche Beratung zur Eignung, zum Ablauf und zu möglichen Risiken
• Örtliche Betäubung des Behandlungsbereichs
• Eröffnung des Zahnfleischs und Freilegung der Wurzelspitze
• Entfernung der Wurzelspitze und entzündetem Gewebe
• Rückfüllung des Wurzelkanals von unten her
• Naht und Wundkontrolle
Der Eingriff dauert in der Regel 45 bis 90 Minuten, abhängig vom Zahn und der Anatomie.
Heilung nach der Wurzelspitzenresektion
Die Heilung verläuft in mehreren Phasen. Direkt nach dem Eingriff sind leichte Schwellung und Druckgefühl normal. Die Wundheilung im Weichgewebe dauert in der Regel eine bis zwei Wochen. Die vollständige knöcherne Heilung im Bereich der ehemaligen Entzündung nimmt Monate in Anspruch.
Was Sie in der Heilungsphase beachten sollten
• Bereich in den ersten Tagen schonen und nicht massieren
• Weiche Speisen bevorzugen
• Rauchen vermeiden, da es die Wundheilung verlangsamt
• Mundspülung nach Anweisung verwenden
• Nachsorgetermine zuverlässig wahrnehmen
• Starke oder zunehmende Schmerzen nach dem zweiten Tag in der Praxis abklären
Röntgenkontrollen im Verlauf der Heilung, zeigen wie gut die Ausheilung fortschreitet. Wir begleiten Sie durch diese Phase.
Wurzelspitzenresektion oder Zahn ziehen?
Dies ist eine klassische Grundsatzfrage der allgemeinen Zahnmedizin. Natürlich kommt es auch hier wieder stark auf den Einzelfall an, jedoch sollte immer versucht werden, so lange wie möglich mit dem eigenem Gebiss zu arbeiten. Denn eigene Zähne sind durch keinen Zahnersatz vollständig zu ersetzen. Die Wurzelspitzenresektion ist ein chirurgischer Eingriff mit durchaus guten Erfolgsaussichten. Studien zeigen Erfolgsraten von 70 bis 95 Prozent, abhängig von Zahnlage, Befund und Sorgfalt des Eingriffs. Ein gepflegter eigener Zahn leistet im Alltag langfristig mehr, als jede Prothese oder Brücke.
Wir beraten Sie offen und ehrlich, für welchen Weg Ihre individuelle Situation spricht.
Wann ist eine Beratung sinnvoll?
Anhaltende Druckempfindlichkeit an einem Zahn, wiederkehrende Schwellung im Bereich eines wurzelbehandelten Zahns oder Zufallsbefunde im Röntgenbild sind jeweils Anlass für ein Gespräch. Wir erklären Ihnen den Befund verständlich und welche Optionen es gibt.
Vereinbaren Sie gern einen Beratungstermin in unserer Zahnarztpraxis in Düsseldorf-Derendorf.
Häufige Fragen zur Wurzelspitzenresektion
Ist eine Wurzelspitzenresektion schmerzhaft?
Der Eingriff erfolgt mit örtlicher Betäubung und ist während der Behandlung in der Regel gut verträglich. Danach sind leichte Schmerzen und Schwellung normal. Schmerzmittel helfen in dieser Zeit gut.
Wie lange hält eine Wurzelspitzenresektion?
Bei erfolgreicher Ausheilung kann der Zahn viele Jahre oder dauerhaft erhalten werden. Regelmäßige Röntgenkontrollen zeigen, ob die Ausheilung stabil ist.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten, wenn der Eingriff medizinisch notwendig ist. Wir klären das im Vorfeld mit Ihnen und geben Ihnen einen transparenten Überblick über mögliche Eigenanteile.
*Dieser Inhalt wurde mit Unterstützung von KI erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft und überarbeitet.*